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Ich bin Ex Junkie und somit ein Junkie. Ich hab unter Brücken geschlafen, in Eisenbahnwagons, Telefonkabinen, egal ob Regen oder Schnee. Ich habe mein Essen geklaut wenn ich welches brauchte, ich habe getan, was getan werden musste, um meinen Stoff zu finanzieren, denn ich brauchte ihn, so wie der Mensch die Luft zum Atmen braucht. Ich lebte auf der Strasse. Ich habe viel gesehen.

Aber davon siehst du mir äusserlich nichts an. Ich sehe aus wie jeder andere, dem du auf der Strasse begegnest . Ich habe nicht die Junkie-Narben, die sich den Venen an Armen entlang ziehen wie „Autobahnen“, die daher kommen, dass die stumpfe Nadel immer wieder an derselben Stelle rein gerammt wird. Ich wusste, wie man eine Spritze setzt, damit sich keine Narben bilden, sonst sähe auch ich heute anders aus.

Dafür war ich damals und bin ich heute dankbar, aber nicht Gott, der hatte damit nämlich nichts zu tun.


Ich trage nicht die äusserlichen Spuren des Junkies.
Ich könnte jeder sein, dem du auf der Strasse begegnest.


Ich lebe heute ein gutes Leben. Ich habe einen guten Job, zu dem es etwas mehr braucht, als nur den Willen, jeden Tag arbeiten zu gehen.

Ich kann mich nicht beklagen und dafür bin ich dankbar, aber nicht Gott, der hatte damit nämlich nichts zu tun.


 
"Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden. Dem stimme ich nicht zu. Die Wunden bleiben. Mit der Zeit schützt die Seele den gesunden Verstand und bedeckt ihn mit Narbengewebe und der Schmerz lässt nach - aber er verschwindet nie."

Rose Kennedy

Dem stimme ich zu.


Nur wer selber Narben auf der Seele trägt, woher auch immer sie stammen, erkennt den Anderen. Ich erkenne ihn und er erkennt mich.
Das wiederum ist ein Geschenk, denn ich brauche mich nicht lange damit auf zu halten, was jemand zu sein oder zu können vorgibt; ich weiss, ob mich interessiert, was jemand zu sagen hat oder nicht.

Dafür bin ich dankbar, aber nicht Gott, der hatte damit nichts zu tun.