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Sinn und Zweck diese Site

 

Sinn und Zweck dieser Site ist nicht, das Thema Sucht jemandem zu erklären, der nicht weiss, worum es geht.

Wer nicht weiss oder blos meint zu wissen, was Sucht ist und bedeutet, wird das, was hier steht nicht verstehen und das muss er auch nicht. Wer nie selber mit Sucht konfrontiert gewesen ist oder einen Junkie in seinem nahen Umfeld hatte, wird diese Seite nicht verstehen - braucht er auch nicht.

Auch der Hobby Alkoholiker da draussen, der behaupten, dass er nicht alkoholabhängig ist, braucht sich das hier nicht rein zu ziehen. Dass er alkoholabhängig ist braucht er nicht an zu erkennen, es ist eine Tatsache. Aber solange es ihm damit gut geht, solange seine Leber es mitmacht, soll und kann er so weiter machen. Würde ich auch, wenn ich könnte, denn ich bin für Meinungsfreiheit und ganz generell dafür, dass jeder das Recht und die Freiheit haben soll, das zu tun und zu lassen, was ihm passt und Spass macht, solange er damit keinem anderen schadet.

Den Hobby Alkoholiker nenne ich hier stellvertretend für jeden, der von was-auch-immer abhängig ist, dies aber (noch) in einem Masse, dass er damit gut leben und umgehen kann. Kritisch wird's ja erst, wenn einer durchs Netz fällt und nicht mehr zu den gut funktionierenden Robotern gehört, die täglich fein artig ihrer Arbeit nachgehen können, weil er einen neuen Sklaventreiber gefunden hat - seine Sucht.

All diesen Menschen sei es gegönnt, mit der Bestie Sucht noch nicht Bekanntschaft gemacht zu haben und ich wünsche ihnen, dass dies für sie so bleibt! Aber für den Fall, dass ihnen die Bestie Sucht eines Tages doch begegnen sollte und sie auf der Suche nach Antworten sind, sind sie herzlich willkommen, wieder hierher zurück zu kommen.

 

Ich habe diese Site für Menschen geschrieben, die wie ich mit der Bestie Sucht "Bekanntschaft" gemacht haben, egal ob sie ihren Dämon "überwunden" haben oder ihm noch verfallen sind. Denen will ich sagen:

Ihr seid nicht allein!

 

Ich will euch sagen:

Die Mehrheit der Menschen um Euch herum versteht nicht, womit ihr zu kämpfen habt, Tag für Tag. Aber das ist scheissegal, denn es gibt Menschen, die ganz genau wissen, welchen Kampf ihr täglich kämpft (oder gekämpft habt) und wie es euch geht, wenn ihr euch zwischen Menschen bewegen müsst, die keine Ahnung haben, durch welche Höllen ihr geht (oder gegangen seid)!

 

Ob es den Kampf wert ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich persönlich bin mir dessen nicht so sicher. Ehrlicherweise muss ich sagen, hätte ich mir lieber den Gnadenstoss gegeben; das wäre für alle Beteiligten die einfachste, schnellste und billigste Lösung gewesen und ganz ehrlich: mir wäre es recht gewesen.

Wieso ich es nicht getan habe? Weil auch ich einen Vater und eine Mutter habe und auch wenn ich unter Garantie nicht religiös bin, gibt es auch für mich Todsünden und eine davon ist, seine eigenen Eltern dazu zu zwingen, ihr eigenes Kind zu grabe zu tragen.

Oh, ich hab mir mehr als ein Mal und mit Absicht garantiert genug Stoff rein gezogen, dass es einen Elefanten umgehauen hätte! Aber egal wie weit weg ich mich damit schon ins Nirvana geblasen hatte, ein winziger Funke "etwas", hat mich davon abgehalten, los zu lassen und zu verschwinden und dieses "etwas" war das Wissen darum, was ich meinen Eltern antue und dass ich eine Todsünde begehe, die ich weder in diesem noch in tausend weiteren Leben je wieder gutmachen könnte.

Ob das gut oder schlecht oder richtig oder falsch war, ist völlig irrelevant. Es war mein Grund, den Kampf gegen die Sucht auf zu nehmen und irgendwann auch zu gewinnen.

Fakt ist, dass es, egal wie oft ihr aufgegeben habt und rückfällig geworden seid, möglich ist, eine Sucht erfolgreich zu überwinden!

 

 

Und last but not least habe ich diese Site für Menschen geschrieben, wie meine Eltern (auch wenn sie diese Site nie lesen werden).

Für Menschen, die einen geliebten Menschen an die Sucht verloren haben und verzweifelt darum kämpfen, ihren Sohn, ihre Tochter, ihren Bruder, Schwester, Freund, Frau, Mutter... zurück zu bekommen. Wer nicht weiss, was Sucht ist und was sie aus und mit dem Menschen macht, der ihr verfallen ist, ist hilflos, überfordert, verzweifelt. Und das zu recht.

Ein Süchtiger ist nicht mehr der Mensch, den man vorher gekannt hat, auch wenn er vielleicht noch aussieht wie dein Sohn, deineTochter, dein Bruder, deine Schwester. Ein Süchtiger ist nicht mehr er selbst und womit du Aussenstehender, ihm Nahestehender, es zu tun hast, ist ein Monster, wie du es dir in deinen schlimmsten Albträumen nicht vorstellen könntest.

Wer gewillt ist, um einen Menschen zu kämpfen, der einer Sucht verfallen ist, sollte wissen, dass er sich genau so gut vor einen Zug werfen und hoffen kann, dass dieser es schafft, zu bremsen. Denn genau wie der Lockführer, der sieht, dass  ein Mensch auf der Schiene liegt und verzweifelt versucht, die gewaltige Maschine zum stehen zu bringen, sitzt der Junkie in seinem Körper und sieht, wie du dich ihm in den Weg wirfst, um ihn auf zu halten. Ob er allerdings die Kraft aufbringt, die Bestie, die ihn besetzt, zum Stillstand zu bringen, bevor er dich platt gewalzt hat - das ist genau so ungewiss wie die Frage, ob der Zug zum Stehen kommt, bevor er dich zu Muus gewalzt hat oder erst danach.

 

 

Ich behaupte nicht, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und kenne nicht DEN Weg aus der Sucht, denn so individuell der Weg eines Menschen in die Sucht ist, so individuell ist der Weg aus der Sucht. Jedoch habe ich im Laufe etlicher Jahre Begriffen, dass jede Sucht gleich tickt. Nur die Dimension, das Ausmass, ist verschieden. Es liegt auf der Hand und muss nicht erläutert werden, dass Cristal-, Heroin- oder Kokssucht ganz andere Dimensionen annimmt an als Nikotinsucht oder Sportsucht. Nichtsdestotrotz bleibt jeder Sucht derselbe gemeinsame kleinste Nenner und das ist immer derselbe: Ohne deinen Suchtstoff kannst du nicht (mehr) leben.

Es ist also völlig egal, ob wir von Fresssucht, Spielsucht, Alkohol oder jeder sonst möglichen Sucht sprechen und es ist egal, ob ich von meiner eigenen Sucht spreche oder mit jemandem rede, der einer ganz anderen Sucht begegnet ist als ich.
Das Muster ist und bleibt immer dasselbe und daher erspare ich mir und uns unnötige Absufungen, Klarstellungen und Fussnoten. Ich spreche von Sucht, wie Sucht tickt, was sie mit dir macht und was du tun kannst, wenn du ihr entkommen willst.
 

 

Ich schreibe aus der Sicht des Junkies der ich war (und bleiben werde), für all jene, die mit den selben Dämonen gekämpft haben und kämpfen. Ich weiss, dass jeder, der mit Sucht Bekanntschaft gemacht hat, sich hier irgendwo wieder finden und erkennen wird und dem einen oder anderen wird an dieser oder jener Stelle - so hoffe ich - ein Lichtlein aufgehen und er wird erkennen, dass er den Kampf gegen seine Sucht gewinnen kann.

Ich konnte es auch und ich bin keinen Cent besser, schlauer, klüger oder weiser als jeder andere Mensch.

Aber auch für all jene, die einen geliebten Menschen um sich haben, der einer Sucht verfallen ist, wird auf diesen Seiten (so hoffe ich) an irgend einer Stelle klar werden, mit wem sie es zu tun haben. Dass nicht sie es sind, die versagen, wenn all ihre Bemühungen nicht fruchtenund dass sie alleine niemals eine Chance haben, einem Süchtigen zu helfen, der sich nicht selber helfen will.

 

Darum hier schon mal vorweg.

 

Du kannst niemandem helfen, der sich nicht selber helfen will.