default_mobilelogo
default_mobilesplash

 

...ist schon genug geschrieben und gesagt worden. Sie ist schon manigfaltig analysiert und in Studien untersucht worden, von Menschen, die weit klüger sind als ich.

Diese Seite ist keine wissenschaftliche Analyse des Themas Sucht, auch keine Anleitung, wie man eine Sucht beenden kann und auch keine Auto Biografie. Alles das gibt es haufenweise genug.

Trotzdem staune ich immer wieder, wenn ich wieder irgendwo von einer "neuen bahnbrechenden" Erkenntnis zu dem Thema lese oder höre... Vielleicht sollte ich aufhören, darüber zu staunen, denn dass Nicht-Betroffene ihre Erkenntnisse als neu oder bahnbrechend oder umwerfend empfinden ist eigentlich logisch, schliesslich IST ihre Erkenntnis für sie neu und bahnbrechend und umwerfend.

 

Für mich ist es das nicht. Ich bin mit dem Thema quasi "gross geworden", man könnte auch sagen, ich habe mit Sucht nicht blos Bekanntschaft gemacht. Ich bin ein Ex-Süchtiger. Und als solcher werde ich schreiben.

Ich habe nicht vor, das Thema zu beschönigen und politisch korrekt bleibe ich auch nicht. Denn mit policical correctness hat Sucht nichts zu tun und mit Freundlichkeit erreicht man im Kampf mit und gegen Sucht nichts! Dabei ist es völlig egal, von welcher Sucht wir sprechen: Sucht ist und bleibt Sucht.

Also weg mit den Samthandschuhen: auf das "ex" verzichte ich, denn ob sühtig oder ex-süchtig - süchtig bleibst du - ein Leben lang.

Und weg mit "der/die Süchtige", "der/die Betroffene". Dass Ärzte und Fachleuchte politisch korrekt bleiben müssen mag sein. Aber Sucht ist ein Knallhartes Thema und also rede ich Klartext.

 

Ich weiss woher der Begriff Junkie kommt, aber wenn ich von einem Süchtigen rede, ist er ein Junkie. Ob Computer-Junkie, Fress-Junkie, Gamble-Junkie. Solange wir uns Sucht schönreden, verniedlichen und beschönigen, was Sucht ist und was sie aus den Menschen macht, haben wir nicht begriffen, womit wir es zu tun haben.

Und "der/die Süchtige", "der/die Betroffene" ist genauso schön geredet, wie jener, der daher quatscht, dass er sein täglich Feierabendbier inicht brauche und jederzeit darauf verzichten könne. Ich kenne all die lahmen Sprüche zur Genüge. Dann gehen sie hin, legen ein Mal pro Jahr einen Alkohol abstinenten Monat hin und machen damit sich selber (und jedem, der ihnen glaubt) vor, dass sie keine Alkis sind. Blödsinn!

Es ist ein Kinderspiel, ein paar Tage auf seinen Stoff zu verzichten, wenn du weisst, dass du ihn nacher wieder kriegst. Das schaffe ich sogar mit Kippen, wenn ich den nötigen Ansporn dazu hab'.

 

 

Fakt eins:

Sucht ist eine Bestie

 

Wer ihr verfallen ist, ist nicht mehr sich selbst und eines Tages wird er selber zu der Bestie, der er verfallen ist. Da hilft kein schönreden - es ist so!

Und ein Süchtiger ist ein Junkie, der seiner Bestie hörig ist und alles für sie tut. Punkt, Schluss, Aus. So ist es nunmal.

 

 

Fakt zwei:

Einmal Junkie - immer Junkie

 

Egal ob du die Sucht besiegt hast und heute "suchtfrei" lebst: süchtig warst du, süchtig bleibst du. 

Hat die Sucht dich einmal geküsst, wird sie dich nie mehr ganz verlassen. Darauf geb ich dir mein Wort.

 

Süchtig zu sein ist kein einfacher Kampf ist, es ist ein kräftezehrender Kampf, ein immer wiederkehrender Kampf und ein verdammt ungleicher Kampf:  Es ist David gegen Goliath.

Junkie zu sein ist kein Honigschleck. Es prägt das Leben für immer. Wir dürfen uns nie zurücklehnen und meinen, es sei vorbei: Der Dämon Sucht lauert überall und wartet nur darauf, in einem schwachen Moment wieder über dich herfallen zu können. Das ist es, was es so verdammt schwer macht, aus zu steigen und das dauerhaft. Aber es ist machbar. Nur wirst du nie wieder so absolut entspannt und relaxt sein wie davor. Du wirst dein Leben lang ein Auge offen halten müssen.

 

 

Du kannst aussteigen - aber zieh die rosa Brille aus und schau der Fratze ins Gesicht!

 

Und das ist Fakt drei.

Solange du das nicht tust, brauchst du nicht weiter so zu tun, als würdest du deiner Sucht einen Tritt in den Arsch geben. Du kannst dir und deinem Umfeld weiter vorspielen, dass du alles im Griff und die Sucht überwunden hast, aber das hast du nicht, solange du nicht anerkennst, das hinter deinem menschlichen Äusseren eine hässliche, grausame und furchteinflössende Bestie steckt, die dich manipuliert, kontrolliert und steuert.

 

Also mach weiter wie bisher und schwimm im rosa Blütenland oder zieh die Brille aus und schau dem Dämon in die Augen!

Up to you. Es ist dein Leben. Und by the way auch das Leben jener Menschen, denen du tatsächlich wichtig bist, das du zerstörst. Aber das ist ein anderes Kapitel.