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Deine Freundin legt die Zeitschrift weg und lächelt dich fröhlich an, als du nach Hause kommst.
"Hallo Schatz, schön dass du zu Hause bist!" Sie steht auf, kommt auf dich zu und beginnt dir die verkrampfte Schulter zu massieren, nachdem du deine Tasche abgestellt hast.

"Ja, war ein langer Tag und ich freu mich auch, dich zu sehen." du spürst, wie sie lächelt und es tut dir weh, ihr gleich sagen zu müssen, was du sagen musst, aber du fasst dir ein Herz, nimmst ihre Hand und gehst mit ihr zum Sofa. "Hör mal, wir müssen reden."

"Och, muss das sein? Ich hab mich darauf gefreut, mit dir den Abend zu verbringen! Worauf hast du Lust? Wollen wir einen Film zusammen schauen? Ausgehen? Oder möchtest du was Essen? Wir können ausgehen oder zusammen kochen, was du willst." aus grossen, blauen Augen strahlt sie dich an und ihr Lächeln würde einen Stein weich kochen.

Du nimmst ihre Hand, schüttelst den Kopf und erwiederst: "Nein, hör mal... ich muss heute Abend die Post ab arbeiten, Rechnungen und so. Ehrlich, ich kann das nicht alles weiter vor mir her schieben, bitte nimm es mir nicht übel."
Ihr Lächeln ist wie weg gewischt, die lächelnden Augen blicken kalt wie Stahl und sie entwindet dir ihre Hand: "Wie? Willst du mir sagen, ich soll mich verziehen?"

Frustriert schüttelst du den Kopf, du hast keine Kraft für diese Auseinandersetzung aber es muss sein.
"Ehrlich, ich will das auch nicht, aber es muss sein. Sieh mal, ich muss wirklich ein paar Dinge in Angriff nehmen, sonst geht mein Leben Bach ab, der Job, die Wohnung... Wenn ich meinen Pflichten nicht nachkomme kommt kein Geld rein und ohne Kohle können wir unsere gemeinsame Zeit nicht mehr geniessen..."

Genervt erhebt sich deine Freundin, schaut auf dich herab und wie ein eiskalter Wasserstrahl treffen dich ihre Worte: "Ist dir eigentlich klar wieviel Zeit und Energie ich in unsere Freundschaft inverstiert habe? Und jetzt kommst du an und meinst, du könnest mich einfach abschieben? Das wird ganz sicher nicht passieren."
"Ich will dich doch gar nicht abschieben, ich muss nur zusehen, dass ich mein Leben wieder in den Griff bekomme..." verteidigst du dich.

"Dein Leben? Dein Leben?? Weisst du was Kumpel? Dein Leben wäre nichts ohne mich! Ohne mich kriegst du gar nichts auf die Reihe! Hast du noch nie und wirst du auch nicht! Du Looser." spuckt sie dir entgegen und langsam merkst auch du, dass du dir das nicht gefallen lassen willst.

Und während du dich erhebst um weg zu gehen erwiderst du: "Dein Ton gefällt mir nicht. Ich werde diese Diskussion nicht weiter führen, ich habe wirklich zu tun. Vielleicht sehen wir uns besser morgen abend."

Die Kraft ihres Griffes überrascht dich, als sie dich am Ärmel hält und wieder zu sich herum wirbelt. "Du gehst nirgendwo hin so lange ich mit dir rede Freundchen!" zischt sie dich an. Obwohl du deine Freundin noch nie so erlebt hast und völlig ungewohnt für dich platzt dir nun der Kragen. Dass du ihr eine geknallst hast, merkst du erst, als es schon passiert ist.


Aber das ist nun auch nicht mehr wichtig, denn noch viel weniger raffst du, was dich packt und mit einer Wucht gegen die Wand schleudert, dass dir Hören und Sehen vergehen.

Von der Wucht des Aufpralls dröhnt dir der Kopf und nur duch einen Schleier siehst du die Silhoute des Giganten, der dich mit ausgestrecktem Arm an der Kehle gepackt gegen die Wand hinter dir drückt, so dass du kaum noch Luft kriegst, während deine Füsse hilflos in der Luft zappeln. Aus einer hässlichen Fratze funkeln dich glutrote Augen an und die Stimme, die dir folgende Worte ins Gesicht speit dröhnt geradewegs aus der Hölle:

 

"Schau mir in die Augen Kleiner und pass auf, denn was ich sage, sag ich nur ein Mal: du gehörst mir! Du wirst tun, was ICH dir sage! Und wenn du auch nur daran DENKST, nicht zu parieren, dann glaub mir, zerquetsch ich dich wie der Wurm, der du bist! Haben wir uns verstanden?"

 

Wenn du könntest, würdest du jetzt das Bewusstsein verlieren oder aufwachen aus diesem Albtraum. Aber das tust du nicht. Es ist, als hätte sich der Boden aufgetan, Satan persönlich stünde vor dir und entscheidet, ob du Schlafen, Leben oder Sterben darfst. Und tatsächlich ist es ganz genau so!

 

Bevor dir die Augen aus den Höhlen treten und du definitiv keine Luft mehr kriegst, gibt die Klaue deinen Hals frei und nach Luft ringend und röchelnd du landest du auf dem Boden.

Es muss dir keiner mehr etwas sagen, du hast begriffen: Am Boden, da ist jetzt dein Platz.